Bildbetrachtung

„Die Wahrheit liegt immer im Auge des Betrachters“.

Dieses Sprichwort vereint die verschiedenen Elemente der Bildbetrachtung. Mit der „Wahrheit“ ist die Aussage gemeint, die jeder Rezipient aus dem Betrachten eines Bildes zieht. Hier können verschiedene Intentionen umgesetzt werden. Bilder können so bearbeitet werden, dass sie eine eindeutige Aussage vermitteln. Genauso gut können Bilder so gewählt und bearbeitet werden, dass ihre Aussage erst auf den zweiten Blick deutlich wird. Dies kann so weit gesteigert werden, dass Bilder durch Bearbeitung so weit abstrahiert werden, dass sie auf den ersten Blick nichts mit dem Auftraggeber zu tun haben und zum Nachdenken und Diskutieren anregen sollen.

Das zweite wichtige Element des Sprichworts ist das des „Auges“. Durch Bildbearbeitung kann der Blick des Rezipienten gezielt gesteuert werden. Dazu sind Erfahrung und Kreativität auf Seiten des Bearbeiters vonnöten. Ebenfalls werden bei professionellen Bildbearbeitern neueste Erkenntnisse aus der Psychologie nicht außer Acht gelassen. So können unterschiedliche Farben verschiedene Stimmungen hervorrufen. Auch den Betrachtungsvorgang selbst, insbesondere das Suchen des Gehirns nach Mustern bei der Bildbetrachtung, lassen professionelle Bildbearbeiter nicht außen vor. Positive Stimuli, wie beispielsweise die Attraktivität eines abgebildeten Menschen, spielen ebenfalls eine große Rolle.

Das dritte Element ist das des „Betrachters“. Der Betrachter kann verschiedene Rollen einnehmen. Er kann zunächst als Rezipient zu einem Interessenten und idealerweise zu einem Kunden werden. Diese Entwicklung hängt von den beiden vorangegangenen Elementen ab.

Bildbetrachtung ist also immer ein subjektiver Prozess, bei dem es gilt, mögliche Unsicherheiten durch geschickte Bildbearbeitung auszugleichen, sodass die Rezipienten zu der angestrebten Intention gelangen.

Bildbearbeitung